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Gehen wir eine Viertelstunde weiter, so tritt uns wieder eine kolossale schroffe Felsenmasse, die Rheinbrohl er Lei, entgegen, wie alle diese Felsen, der devonischen Grcmwacke angehörig. Von der Höhe stürzt oft, bei starkem Regen oder plötzlichem Thauwetter, fast senkrecht derTetschbach herab, einen überraschenden Wasserfall bildend.
Wir umgehen die Lei und vor uns breitet sich das volkreiche Nheinbrohl aus, ehemals zur Grafschaft Sann gehörig, von Heinrich IV., dem letzten Grafen, am 20. September 1601 an Kurtrier verkauft. Die Bewohner betreiben lebhaften Wein- und Feldbau. In einem Aktenstücke von 1776 werden die Bürger als fleißig und wohlhabend belobt, „so daß gegen zehn Bettler in Leudesdorf nur einer in Rheinbrohl komme."
Es fanden sich hier viele Klostergüter und Höfe vor, wovon besonders der Gertrudenhof seines Alters wegen merkwürdig war. Die Pfarrkirche ist dem h. Snibert geweiht, der 647 in Northum- berland geboren, das Christenthum am Rheine ansbreitete, das Kloster Kaiserswerth stiftete und 713 starb. Bis zum Jahre 1706 besah der Propst von Kaiserswerth die hiesige Pfarrei, die dann wit den dazu gehörigen Gütern von dem Kloster St. Thomas
angekauft wurde.
Am östlichen Ende des Dorfes erhebt sich die prachtvolle neue Kirche, im reinsten gothischen Style nach dem Plane des Dombau- Meisters S t a tz erbaut und seit1852von dem Maurermeister Burgin Eoblenz ausgeführt; sie hat die Form eines einfachen Kreuzes mit drei Schiffen und drei Altären. Der Thurm hat eine Höhe von l64 Fuß.
Unterhalb Rheinbrohl erweitert sich das Thal wieder zu einem «nmuthigen, gut bebauten Kessel, an dessen unterem Ende der Necken H ön n in gen liegt. Ueber demselben erhebt sich auf sanf- tem Bergvorsprunge die wohl erhaltene und gut restaurirte Burg Arenfels, jetzt den Grafen Westerholt gehörig. Ehemals der Sitz der Grafen von Isenburg-Arenfels, kam es bei deren Aussterben anIsenburg-Grenzau und hätte dann an Wied fallen sollen; aber der Grzbifchof von Trier, Karl Kaspar von der Keyen, zog die Herrschaft als erledigtes Mannlehen ein, um sie seinem, in neuerer Zeit verarmten und nun ausgestorbenem Geschlechte als trierisches Lehen zuzuwenden.
