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Wo die letzten Häuser der verlängerten Mittelstraße von Neuwied stehen, da beginnt das große Heddesdorf, einen weit gespannten Halbkreis um die Kuhweide bildend, mit 258 Häusern und 2t48 Bewohnern. Oefters aufgefundene, roh zusammengefügte Mauern sprechen von uralten Niederlassungen an diesem Orte.
Schon in den frühesten Zeiten wird es ein Dorf genannt und kommt unter verschiedenen Namen, im 9. Jahrhundert Heidenstorf, 962 als Hedenesdorp, 1270 als Hadensdorp, 1333 Heidesdorf, vor.
Erzbischof Bruno I. von Köln schenkte am Weihnachtstage 962 dem dortigen Cäcilienstifte Güter, „in villg, Haäsne^äorp in rmßo NuFeri»Feii8i", deren Kirche nebst dem Zehnten bereits diesem Stifte gehörten. Graf Wilhelm I. zu Ifenburg und Wied verglich sich am 18. April 1333, wegen seiner Ansprüche an das Erbe seiner Mutter, mit seinem Oheim, dem Grafen Wilhelm II. von Katzenelnbogen, gegen eine Abfindung von 900 Pfund Heller, wobei erwähnt wird, daß Dieter von Katzenelnbogen im Besitze der Pfarreien von Bieder und Heddesdorf war, deren Einkünfte dieser vier Jahre lang dem Grafen Wilhelm zu Wied überlassen und den Vicarien so viel geben solle, als der Pfarrer zu gebe» fchuldig sei. Bei der im Jahre 1488 erfolgten Vermählung des Grafen Gerhard III. von Saun mit der Gräfin Iohann^te zu Wied, erhielt diese von ihren Brüdern Wilhelm III. und Johann III. als Erbsteuer 10000 Gulden, wovon 3000 auf die Zehnten von Heddesdorf angewiefen wurden. (Außerdem erhielt die Gräfin als Ausstattung auch zwei wolleue Röcke, „so einer Gräfin wohl anstehet und gebühret.") Wie im 15. Jahrhundert ein Graf von Katzenelnbogen Pfarrer von Heddesdorf mar, so befand sich im 16. Jahrhundert der Graf Heinrich von Stolberg in dem Besitz der Pfarrei, die ihm der Erzbifchof Hermann von Köln 1534 als Vormund seiner Neffen, der Grafen Johann IV. und Friedrich zu Wied übergeben hatte.
Einen heftigen feindlichen Einfall hatte Heddesdorf im Jahre 1538 zu erleiden, als der Graf Johann VI. von Sann sich, in dem Streite wegen Irlich sS. 250) nicht in den Ausspruch der Schiedsrichter fügen wollte. Auch im Jahre 1630 wurde Heddesdorf, in Folge des Nestitutionsedikts, von Kurtrier überfallen.
