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Heddesdorf bestand aus vielen einzelnen Höfen, in deren Besitze sich Wied, Sann, die Burggrafen von Rheineck, die Abtei Rommersdorf u. A. befanden. Einen dieser Höfe schenkte der Graf Friedrich zu Wied 1544 zum Unterhalte eines evangelischen Geistlichen an die Kreuzkirche bei Melsbach.
Der Weinbau zu Heddesdorf war in früheren Jahren sehr bedeutend. Graf Hermann II. zu Wied nahm 1617 von dem Grafen Reinhard zu Westerburg ein Darlehen von 5000 Gulden auf, wofür er ihm eine Anweisung an dem Weinzehnten zu Heddesdorf gab, die auf sieben Fuder Wein sprach; die Weinberge bei Heddesdorf und Irlich waren damals so ergiebig, daß Graf Her- Mann im Jahr 1620 noch einmal 2000 Gulden bei jenem Grafen auf diefe Zehnten aufnehmen konnte. Heddesdorf und Irlich hatten manche gemeinfchaftliche Güter, welche im Jahre 1736 getheilt wurden.
Das anfehnliche Burghaus des Herrn von Runkel, am nördlichen Ende des Dorfes, schaut weit über das Thal hin. Der jetzige Besitzer desselben ist der Königliche Landrath des Kreises Neuwied, um den er sich große Verdienste erworben hat. Früher ein freiadliger Besitz gehörte dieses Vurghaus, ehemals „auf'm Hof" genannt, den Grafen von Wittgenstein-Verleburg, von welchen es dnrch verschiedene Hände ging und 1801 von dem Großvater des jetzigen Besitzers angekauft wurde. (Der Familienname Runkel ist ein in der hiesigen Gegend häufig vorkommender, ohne daß man ihn mit dem Dynastengeschlechte derer von Runkel, der Ahnherren des jetzigen wiedischen Hauses, in Verbindung bringen könnte.)
Gin altes hier ansässiges Geschlecht waren die Herren von Heddesdorf, Marschälle der Grafen zu Wied, von welchen Gerlach der Gemahl der Gräfin Heilwigis, der Tochter des Grafen Nilhelm I. zu Wied war. Dieses Rittergeschlecht kam später in nähere Verhältnisse zu Kurtrier, beerbte im 16. Jahrhunderte das ausgestorbene Geschlecht der Herren von Winningen, trat wieder zur katholischen Kirche über und hat noch jetzt Wohnsitz und Güter zu Winningen an der Mosel. Ihre Zehntberechtigung in der Gemarkung Heddesdorf haben die Herren von Heddesdorf bis 1820 behalten und sie dann an den Fürsten von Wied übertragen. Die Stammburg selbst wurde bei
