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em Abzüge der Familie MI die von He es verkauft, nach welcher sie lange Zeit hindurch der Heesenhof hieß.
Im französischen Kriege hatten die Oesterreicher 1794 ein Lager auf der Hohe von Heddesdorf, das 1795 von den Franzosen beschossen wurde, wobei auch das Dorf bedeutende Beschädigungen erlitt. Am 19. October 1795 wurden die Franzosen von den Oesterreichern bei Heddesdorf in die Flucht geschlagen und bei der Schlacht am 18. April 1797 (S.105) geriet!) Heddesdorf in Brand und litt sehr bedeutenden Schaden.
Noch in lebhaftem Andenken der alteren Bewohner Neuwieds und Heddesdorfs wird das Lager der Kosaken und anderer russischer Truppen sein, das am 6. November 18! 3 auf der Kuhweide errichtet wurde.
Diese Kuhweide, einst ein prachtvoller Wiesenteppich, bei hohem Wasserstande des Rheines und des Wiedbachs auch wohl ein großer See, hat in neuerer Zeit manchen anderen Culturen Raum gönnen müssen.*)
*) Wir tonnen an Heddesdorf nicht vorbeigehe», ohne einer Sache zu ge« denken, welche von dort aus ins Werk gesetzt worden und unverkennbar von «roher und wachsender Bedeutung ist. Es sind dies die „ländlichen Darlehns-Kafsen-Vereine", nach dem System Raiffeisen. Der Begründer dieser eigenthümlicheu Erscheinung auf dem Gebiete der socialen Reformbestrebungen ist nämlich Friedr, Wilh, Raiffeisen (geb. zu Hamm an der Sieg), früher Bürgermeister in Heddesdorf und gegenwärtig noch dort wohnhaft, jedoch feit 1865 wegen Kränklichkeit außer Dienst.
Derfelbe begann bereits im Jahre 1849 mit einer derartigen Organifation zu Flammersfeld, Kr. Attenkirchen, wo er damals Bürgermeister war. Es leitete ihn hierbei lediglich der Hinblick auf das unmittelbare Bedürfnis, und der lebhafte Wunsch, der großen Nolh der ländlichen Bevöllerung zu steuern, besonders die letztern aus den Händen der Wucherer zu reißen.
Nach seiner 1852 erfolgten Versetzung nach Heddesdorf gründete Raiffeisen dort, im Mai 1854, den zweiten Verein. Nachdem sich dieser ebenso erfolg» reich bewiesen hatte und vielfache Erfahrungen gefammelt waren, entstand in Raiffeifen der Drang, diefe wohlthätige Einrichtung auch weiterhin zu uer» breite», Im Jahre 1862 gründete er die Vereine zu Anhäufen, Nengsdorf, Engels und Dierdorf. Da auch hier der Erfolg ein fehl günstiger war, wurde der Vorstand des landwirthfchaftlichen Vereins für Rheinvrenßen auf die Vereine aufmerksam und beschloß daher im Jahre 186? die Pflege und Verbreitung derfelben auch seinerseits in die Hand zu nehmen. Seitdem haben sich letztere rasch verbreitet. Gegenwärtig bestehen, so weit bis jetzt bekannt, gegen 50, wovon allein im Kreije Neuwied 23.
