273
Verbesserung der Sitten in Nengsdorf statt, die damals, wie überall währcnd des schrecklichen Krieges, sehr herunter gekommen waren. Auch die finanziellen Zustände der Gemeinde waren sehr gesunken; sie war der Abtei Nomersdorf tief verschuldet. Die drückenden Verhältnisse wurden endlich 1717 durch Einwirkung der gräflichen Negiernng ausgeglichen.
Man kann von Neuwied aus auf verschiedenen Wegen Rengsdorf erreichen. Die Land- zugleich Poststraße, führt überHeddes- dorf, Nasselstein und Niederbieber, durch das Aubachthal nach Oberbieber und vou hier ziemlich stark bergan nach Re„gsdorf. Oberbieber hat au seinem unteren Eingänge eine Höhe von 323", über dem Nheinfuiegel bei Neuwied also 160'. Die Höhe von Nengsdorf felbst ist mir nicht bekannt geworden, da aber Monrevos 1008, die Alteck 1058', und der höchste Punkt der Straße nördlich von Nengsdorf 1052' Höhe hat, fo wird die Lage von Nengsdorf felbst sich auch nicht unter 1000' bemessen lassen.
Der nähere Weg nach Oberbieber führt der Dierdorfer Straße Nach, über den Heddesdorfer Berg, der am Fuße der Alteck 584' erreicht. Prächtige Aussichten in das Neuwieder Becken und auf der anderen Seite nach dem Wiedbachthale begleiten uns, bis ein Feldweg nordöstlich hinab nach Oberbieber führt.
Der dritte Weg steigt gleich bei Niederbieber bergan, an der Stelle des alten römischen Castrums vorbei, nach der Kreuzkirche, einer ehemals sehr besuchten Wallfahrtstelle.
Einfam und verlassen liegen die Ruinen im Walde, reichlich von Dornen und Nesseln umwuchert. In diese Kirche stiftete 1542 der fromme kölnische Domküster und Probst, Graf Friedrich zu Wied, eine Summe für die Armen der Kirchspiele Heddesdorf, Vieber und Feldkirchen, welche eine, vierteljährlich in der Kreuzkirche zu haltende, evangelische Predigt anhören würden. Das Vermächtniß besteht noch zu Heddesdorf unter dem Namen der Kreuzarmengüter. Zwei Jahre später begabte er diese Kirche Mit einem Hofe zu Heddesdorf und einem Weinzehnten am Fahr, zur Unterhaltung eines evangelischen Geistlichen.
In der Nähe dieser Kirche fehen wir das interessante Alaun- wert des Herrn Fuchs.
In dem flach ansteigenden Abhänge zwischen Niederbieber, Oberbieber und Melsbach ruhen die überall weit verbreiteten
18
