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den Grafen bei dem Kaiser und bat, daß die Commisston des Kurfürsten von Köln aufgehoben und der Graf an seinen Lehenshof verwiesen werde. Die pfälzische Commisston nahm ihren Sitz auf Nraunsberg, lud, noch im November 1660 alle wiedischen Beamten zur Verantwortung vor und bedrohte den Grafen mit Entziehung des Lehens, wenn er nicht von allem Verfahren gegen feine Unter- thanen abstehe.

Unterdessen aber waren 1500 Mann Kurkölner in der Graf­schaft angelangt, belagerten Braunsberg, eroberten es am 19. Dec. 1660, wobei einige Mann getödtet und verwundet wurden, und die Kurpfälzer zogen ab. Zugleich erging ein kaiserliches Mandat an Kurpfalz, daß es nicht wagen folle, wider die kölnifche Commifsion zu handeln, wenn es nicht des offenen Friedensbruches wegen strafbar werden wolle. Der Graf Friedrich machte das Ver­fahren von Kurpfalz durch ein Manifest bekannt.

So endete der kurze braunsbergische Krieg und die wiedischen Unterthanen, als sie keine Stütze mehr fanden und einige ernst­lich bestraft worden waren, kehrten zum alten Gehorsam zurück.

Nachdem Friedrich III. 1696 in Neuwied zur ewigen Ruhe eingegangen mar, hielt sich seine Wittwc, seine vierte Gemahlin, Conradine Louise, Gräsin von Bentheim-Teklenburg, mit wel­cher er sich 1686 vermählt hatte, meistens zu Brauusberg auf, wo sie auch am 2. Nov. 1705 starb.

Wann Braunsberg zerfallen, ist unbekannt. In späterer Zeit wurden einige Höfe hier erbaut und Mennoniten in Pacht gege» ben. Von Oberbieber führt ein lieblicher Waldweg hinauf, wie es überhaupt von fchönen Wäldern umgeben ist. Da die Burg sich etwas innerhalb des fchönen Bergkranzes versteckt, so hat es eine beschränktere Aussicht, als andere Punkte desselben. Doch ist der Blick über den waldigen Vordergrund auf den unteren Theil des Beckens und die Vulkane von Laach immer noch reizend genug.

Aus den Burgmännern ist ein Rittergeschlecht vonBrauns- berg hervorgegangen, das 1284 zuerst genannt wird, später auf dem linken Nheinufer, zu Burgbrohl u. a. O. in bedeutendem Güler- besttze war und i. I. 1625 erlosch.

Oberbiebtt, "Nr Fuße des Vraunsbergs, in einer überaus lieblichen Lage im Thale des Aubachs, wird i. I. 1263 zuerst genannt, als Bruno III.