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bolds Tode, dessen Anverwandte das Wenige wieder entrissen womit der Stifter sie begabt hatte.
Es nahm jedoch der Erzbischof von Trier, Albero von Mon- treuil, die klösterliche Angelegenheit in feine kräftigen Hände: er übergab Nomersdorf der Pflege eines Mönches aus der unlängst gestifteten Prämonstratenserabtei Floreffe bei Namur, welcher dem Kloster Marienrode im Condethal bei Winningen vorstand. Als das Eigenthnm ganz an die Abtei Floreffe übergeben war, kamen mehrere Brüder von dort hierher und bald entwickelte sich reges Leben. Das Kloster und die Kirche wurden erbaut und 1162 der erste eigene Abt gewählt. Die Kirche, nach dem Brauche des Prämonstratenserordens in Kreuzesgestalt errichtet, wurde am 13. Nov. 1210 von dem Erzbischof Johann von Trier und dem Bischof von Schwerin eingeweiht. Vorzüglich fand das Isenburgifche Haus hier seine Begräbnihstätte in den kirchlichen Räumen, so wie eine glotze Zahl der Grafen von Wieb.
Sehr vielfach mit widerwärtigen Schicksalen kämpfend, nicht zu reich mit Einkünften dotirt, endlich durch die Reformation fehr geschmälert, hat das Kloster sich durch manche sehr üble und bedenkliche Lagen durchzuwinden gehabt. Oft schlechte Haushaltet an der Spitze, schwand das Vermögen hin, während gute Aebte dasselbe dann wohl auch wieder in glänzenden Stand brachten. Dabei war die Gastfreiheit fo groß, daß in den letzten Zeiten von Seiten des Erzbischofs von Trier Beschränkungen auferlegt wurden
Bedeutende Männer, Gelehrte, sind nicht aus demfelben hervor gegangen. Doch war, bis gegen die letzten Zeiten des Verfalls, das Leben in der Abtei ungemein freundlich, die Gemeinde bot das Bild einer glücklichen Familie. Dieses, und die Schönheit der Lage, werden verschuldet haben, daß Nomersdorf niemals, wie z. B. Steinfeld in der Eifel, der Sitz eines ausschließlich dem Geistige« zugewendeten Lebens wurde. Der letzte Abt war Aug u- stin Müller aus Vallendar, erwählt 1792 und am 2. Juni 1821 gestorben. Alle Drangsale der hier tobenden Kriege, die Aufhebung und Uebergabe der Abtei au Nassau-Usingen, 1803, und die Besitznahme durch Preußen, 1815, hat er überlebt.
Am 30. Oktober 1820 kam Nomersdorf durch Versteigerung, um den Preis von 72000 Thaler, an den Obeiforstmeister Frei-
