293
einen verschütteten Brunnen sah; es ist das ohne Zweifel Sann des Grafen Eberhard gewaltige Feste gewesen, die Arnold, der neilerwählte Erzbischof von Köln, in dem Laufe seiner Bemühungen, de» Landfrieden zn handhaben, die Räuber zu bändigen, eroberte, in Brand stecken und dem Erdboden gleich machen ließ, 1152. Allem Vcrmnthen nach hat hierauf noch Eberhard selbst die Nurg Sann über der Münduug von Sayu und Brachse aufgebaut. Denn die Grafen Eberhard und Heinrich von Sann trugen in demselben Jahre ihre Burg, wohl sicher eine neue, dem Erzbischof Hillin von Trier zu Lehen auf.
Wie schon oben erwähnt, starb 1246 nnt Heinrich III. dieses erste Grafengeschlecht aus. Durch Gottfried, Graf von Svonheim, dem Sohne der mit dem Grafen Johann I. von Suonheim-Starkenburg vermählten Adelheid von Sayu, trat nun ein zweiter Stamm ein.
Am 31. August 1273 empfing er von dem Pfalzgrafen die Lehen über seine Grafschaft.
Das Geschlecht erlosch mit drei nacheinander folgenden Brü- deru. Söhnen Johanns VI. Der älteste, Adolf, trat 1560 die Negierung an und starb 1568, ohne männliche Erben. Ihm würde Heinrich IV., geb. 1539, Domdechant zu Köln, gefolgt sein, welcher aber sein Erbrecht an seinen jüngern Bruder Hermann, ebenfalls Domherr in Köln und iu Speier 1571 verkaufte. Dieser vermählte sich sofort und starb 1578 mit Hinterlassung einer Tochter. Hierauf trat erst Heinrich IV. in den Besitz der Grafschaft ein, der sich, zur Sicherstcllung des Geschlechtes, bereits 1574 vermählt hatte und am 2. Juli 1605 verstarb, ohne Kinder zu hinterlassen.
Im I. 1558 hatte Heinrich IV. mit dem Grafen Ludwig von Sann-Wittgenstein, welcher der nächste Agnat war*), einen Erb- vertrag geschlossen, durch welchen dem Hause Wittgenstein die Nachfolge in dem Sannischen Vesitzthum zugesagt wurde, diese Ver-
*) Diese Grafen von Wittgenstein waren die Nachkommen Engelberts n°» Svonheim, des Grafen Gottfried von Svonheim und Sann jüngerem Vruder, welcher in der Theilmig 1294 Vallendar erhalten; dessen <5ntel Valentin II. von Sann, Herr zu Homburg, war durch die Vermählung mit des Grafen Siegmund von Wittgenstein Tochter Adelheid in den Besitz von Wittgenstein gekommen.
