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Pfarrei und 1574 wurde die Reformatio» eingeführt; 1654 wurde die Pfarrei mit Nlsbach verbuudeu und 1729 wieder felbstständig. Im Jahre 1806 dem Herzogthum Nassau zugetheilt, blieb es auch durch den Wiener Congreß bei diesem kleinen Staate, bis die Ereignisse von 1866 es dem großen preußischeil Staate einverleibte, der auf seine Industrie gewiß einen wohlthätigen Einfluß be­wirken wird.

Das Kannenbäckerland besteht aus den wiedischen Dörfern Grenzhanseu, Alsbach, Hilgert uud Mogendorf und den ehemals trierischen Ortschaften Höhr, Vaumbach, Ransbach und Würges; in Nauort, Nreitenau und Kaan ist das Geschäft einge^ gangen. Die Geschäfte, 1863 182 Krug- und Kanuenbäcker und 16 Pfeifenbäcker, werden fast nur handwerksmäßig betrieben.

Diese Industrie verdankt ihr Bestehen den ausgedehnte» Abla­gerungen von plastische»! Tho», welcher der Formatio» der rhei­nischen uud westerwälder Braunkohle angehört uud zwar oft unterbrochen, doch in einer bestimmten Längsrichtung von West nach Ost, von Vendorf und Balleudar am Rhein bis zu deni fast drei Meilen entfernten Dorfe Würges, vorkommen. Die ergiebig­sten Grubenfelder liegen bei Grenzhausen und Hillscheid, so wie bei Siershahn, Würges uud Ebershahn. Der Tho» liegt 8 bis 40" u»ter der Erdoberfläche in 7 bis 30' Mächtigkeit.

Zur Gewinnung des Thones werden Schachte in die Erde getrieben, die mit Stangen von jungen Buchen nebst Stroh oder Moos gegen den Einsturz gesichert sind. Mail zählt über 100 Thongräber. Die Güte des Thones für diese Kannen» uud Pseifenbäckerei hängt von deni bestimmten Kieselgehalt und der Reinheit von andern fremdartigen Stoffen ab. Der Krugbäcker bedarf einen fetteren Thon von geringerem Kieselgehalt. und verarbeitet ihn am liebsten frisch. Der Kcninenbäcker, der Weiß- waarenfabrikant nnd der Pfeifenbäcker lassen de» Thon erst in luftigen Schuppe» trock»e». Nach ei»er bestimmten Zeit wird der Thon in Wasser geweicht, mit dem Spaten durchstochen und mit den Füßen geknetet. Ist dies hinreichend geschehen, so kommt er auf das Rad, welches in den Fußboden eingelassen ist und mit der Scheibe sich auf einer feinen Stahlnadel bewegt. Alle Waaren werden aus freier Hand gemacht, und durch Hölzer geglättet, an der Luft oder im warmen Zimmer halb getrocknet und dann, zwar