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des Orts Einwohner heißen die Thürmer. Nach und nach ist das Ort angewachsen zu gegenwärtiger großer Gemeinde (1784 59 Bürger und 2 Wittwen in 38 Hänsern.)
In diesew Thurm ist eine Wohnung, jedoch schlecht, in welcher der Thurm-Mann wohnet, welcher von verschiedenen Gemeinden etwas an Geld jährlich erhalten; dieser ernennet der zeilliche Amtmann. In diesem Thurm ist unten in der Felsen ein Gefängnis;, in welches man mit einer Leiter steigen muß, zwen andere sind in der Mitte, welche wohl verwahret sind, und zur Bestrafung der Unterthanen dienen, oben auf ist ein Gemach, wie ein Zimmer, so man einheitzen kann, und für jene, welche geringere Verbrechen begangen haben, gcbranchet wird. Gegen dem Weihenthurm über wäre mir ein Haus und von diesem Thurm an bis an dieses ein Echlagbaum und ein sehr enger Weg, hniter diesem Haus aber ciu sehr tiefer Graben bis an den Rhein, welcher die Passage sperrte; dieses Haus ist 1783 von Kurfürstlicher Hof» rentkammer anerkauft, abgebrochen und die Passage erweitert worden."
Im Jahre 1825 ist der Thurm von dem Fiscus au Florian Bianchi in Neuwied sür die Summe von 105 Thalern verkauft worden, unter der Bedingung, daß derselbe in seiner gegenwärtigen Gestalt unterhalten und nie abgebrochen werde.
Die eigentliche Entstehung fällt in die Negierungszeit des Kurfürsten Lothar von Metternich (1651 bis 1676), welcher am 1. Juli 1663 sich hier anzubaueu erlaubte und der zu entstehenden Gemeinde einen Jahrmarkt auf Sonntag vor Bartholomäus gestattete. Die Zahl der Jahrmärkte ist jetzt bis auf 26 angewachsen; die Zahl der Einwohner in Jahr 1812 417, beträgt jetzt (1867).
Die kleine, auch architektonisch ganz interessante Kirche, ist neueren Ursprungs, 1836 — 1839 erbaut und ein Werk des verdienten Vau-I»spectors de Lassaulx zu Cobleuz. Die Fresco- gemälde von Gassen in Coblenz, einem Schiller von Cornelius, sind ebenfalls beachtenswerth. Uni dem kirchlichen Bedürfnisse der Gemeinde zu entsprechen, unternahmen zwei Ortsvorstände, Zimmermann und Schwertsührer, das schwierige Geschäft, durch eine Collect« die Gelder für den Ban zu beschaffen und benachbarte Städte n»d Orte zeigten rege Theilnahme. Neuwied steuerte gegen
