319
Spitze gewährt, ist sehr interessant und sein Ersteigen lohnend, was am Besten von der Südwestseite geschieht.
Nicht weniger lohnend aber ist der Gang durch das liebliche Thal, von dessen Nordseite mächtige Lauamassen herabstarren, von der mannichfaltigsten Vegetation belebt. Hier wächst auch der Diptam mit seinen prächtigen Vlüthen, die ein Gas aushauchen, das an schwülen Abenden sich entzünden läßt.
Wcrnmeck.
Von Norden her treten schroffe Felsmafseu des devonischen Gesteins in dem Thale weit nach Süden vor und »öthigcu die Nette zu einem großen Bogen. Obgleich das Flttßchen die eigentliche Grenze der beiden Erzbiöthümer Trier und Köln bezeichnete, so hat es doch der Erzbischof Werner von Trier, aus dem Hause Falkenstein, angemessener gefunden, die Sehne des Vogens dafür anzunehmeu und so auf eigentlich kölnisches Gebiet um 1400 seine Burg Werners eck zu bauen, deren Trümmer kaum über den Thalrand hinausschauen. Aber die Lage, eine halbe Stunde von Plaidt, ist sehr schön. Zu unseren Füßen umschlingt die Nette fast die ganze 1L6 Fnß hohe Felsenwand und liegt das grüne liebliche Thal; darüber im Süden erheben sich die vulkanischen Höhen der Wannen und nach Norden stehen die erloschenen Krater des Plaidter und des Krufter Hummerich. Die über die Erbauung der Burg entstandeneu Irrungen mit Köln wurden 1407 beigelegt uud 1542 wurde sie von dem Grzbischof Johann Ludwig von Trier den: Georg von Eltz pfandweise übergeben. Wann und wodurch die Burg zerstört wurde, ist unbekannt; sie befindet sich jetzt im Privatbesitz des Herrn Vurret in Safsig. Der Sage »ach war Weruerseck ein Sitz der Tempelherren, die plötzlich hier aufgehoben wurden und ungeheure Schätze hier verließen, die noch unter den Trümmern liegen.
Eine Excursiou von Neuwied uach der Naufcheumühle, in die merkwürdigen Tuffsteinbrüche von Plaidt, auf den Hummerich, auf die Burg Wernerseck uud in das liebliche Nettethal ist überaus lohnend und nicht ermüdend und nimmt eben einen Nachmittag in Anspruch.
Der verehrte Leser wolle mir vergönnen, ihn in dem reizende» Nettethale weiter zu nicht begleiten, sondern ihn, wenn er
