320

t'/

mehr davon zu wissen wünscht, auf mein WerkchenDie Eiset in Bildern uud Darstellungen. I. Das Nette- nnd Nrohlthal und Laach, Bonn, Henrv, 1864." zu verweisen.

Andernach,

unsere andere alte Schwesterstadt am Rheine, liegt kaum eine Stunde vou Neuwied entfernt (7 Min, Fahrt vom linksrhein. Bahnhof) und jeder Ncuwieder erkenut dankbar ihre schwesterliche Gesinnung an, da sie selbst bei Illuminationen mit der Feuerspritze zu Hülfe eilt. Man sieht es der Stadt gleich an, welches Alter sie schmückt. Unter den Römern ^ntonaouni («tatio ante Uaeum, Station von der Nette) geheißen, war sie eine römische Grenzfcste, Standquartier eines Militärpräfecten und verschiedenen Legionen. Gar manche aufgefundene Antiken beweisen auch, daß römische Cultur nicht fremd war; namentlich hat man am Fuße des Krahnenberges merkwürdige Gegenstände, Tempeltrümmer, Statuen, Votivsteine u. A. aufgefunden. Im Jahre 335 von den Aleman­nen zerstört, wurde es von Kaiser Julian 359 wieder aufgebaut. Uuter den Merowingern Hauptstadt des austrasischeu Königreichs, wie bereits S. 54 uud 55 mitgetheilt und die Lage des Palastes besprochen ist. In der großen Schlacht bei Andernach (s. S. 57 62) wurde 876 zuerst der fränkische Uebermuth von den Deut­schen gezüchtigt und bedeutend nachhaltiger als 1815. Wie die aufständigen Herzoge Gifelbert und Eberhard 939 bei Andernach ihren Tod fanden, ist S. 65 erzählt. 1114 wurde Kaiser Hein­rich V. bei Andernach von Friedrich, Erzbischof von Köln, der sich ans die Seite der Sachsen gestellt hatte, besiegt.

1126 ertheilte dieser Erzbischof Friedrich der Stadt Andernach viele Privilegien uud versah sie mit neuen Mauern und Befesti­gungen. Der Erzbischof Neinhold von Köln erhielt 1167 von K. Friedrich I. wegen seiner Theilnahme an der Vesiegung der Italiener, den Königshof, den Zoll, das Münzrecht und andere Gerechtsame zu Andernach. Da die Stadt in dem Kriege zwi­schen Philipp von Schwaben und Otto (IV.) von Vraunschweig auf Seite des Letztere» getreten war, eroberte sie Jener und ließ sie plündern nnd verbrennen. Doch finden wir Andernach im I. 1255 wieder in bedeutender Vlüthe, es trieb ansehnlichen Handel mit Eteingnt, Mühlsteinen, Glas nnd Holzflößen uud war im