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Stande, eine gewaffnete Schaar von 1000 Mann zu stellen. Zu gegenseitigem Schutze schloß Andernach 1301, 1359, 136? mit anderen rheinischen Städten, namentlich mit Bonn, Coblenz, Vop- pard, Oberwesel Bündnisse, auch gehörte es der Hanse an.

Durch ihre vielfache» Gerechtsame in Andernach maßten sich die Erzbischöfe von Köln die Oberherrlichkeit an, gegen welche die Bürger sich mehrmals erhoben, so im Jahre 1255, 1344, 1365 und verband sich auch 136? mit Köln, Bonn, Unkel und Linz zur Vertheidigung ihrer städtischen Freiheiten. Im I. 1368 wurde Andernach von dem Erzbischof Kuno von Trier gezwungen, sich dem Erzbisthum Trier in kirchlichen, den Erzbischöfen von Köln in weltlichen Dingen zu unterwerfen, und um die mannhafte Bürgerschaft besser in Zaum zu halten, ließen letztere von 1414 bis 1468 den imposanten Wnchtthurm am Rheine erbauen, der unten rund, oben achteckig ist und auf der Westseite noch die breite Bresche zeigt, welche die Frauzosen 1688 schössen. 1496 empörte sich die Stadt wieder gegen den Erzbischof von Köln, wurde aber schließlich uuterworfeu, behauptete jedoch eigene Ver­waltung und Landstandschaft.

Wahrend des Mittelalters fanden zu verschiedenen Zeiten glänzende Fürstenversammlungen hier statt. ^)

*) Eine besonders merkwürdige Versammlung fand 1957 statt, in wel» cher die Erzbischüfe Hanno von Köln und Eberhard von Trier, der Pfalz» gruf Heinrich von Aachen, der Herzog Godfried von Lothringen u, A. sich Über die Schwächung der durch Heinrich III. so sehr gehobenen Kaisermacht beriethen. Bei dieser Gelegenheit fand, »ach Browers Annale», ei» eigen« thümlicher Vorfall statt. Die Einwohner von Guts bei Coblenz wurden von einem stolzen und habgierigen Voigt, den der Pfalzgraf Heinrich ihnen gefetzt hatte, hart geplagt und zu großen Opfern gezwungen uud in ihren Freihei­ten und Rechten, die sie als Schützlinge des heil. Servatius genossen, Haie getränkt. Sie brachten daher, vergeblich von dem Voigte behindert, ihre Klagen vor die hohe Versammlung zu Andernach. Auf dem Fuße folgtt ihnen der Voigt i» einem glänzenden Aufzuge, das Roß, auf dem er ritt, mit einer Pmpurdecke behängen und an Brust und Stirn mit Geschmeide bedeckt. So ritt er aufgeblasen zu Andernach ein. Plötzlich stürzt auf der Straße eine ungeheure Bärin, die man, wie noch andere wilde Thiere, zur Ergötzlichkeit der hohen Herrm dahin gebracht, ans ihn los, wirft ihn nieder Und zerflcifcht ihn, ohne etwas von der Beute zu verzehren. Dann kehrt sie ruhig zu ihrem Führer zurück. Man zweifelte nicht, daß der heil. Serva» t>us auf diese Weise seine Schützlinge gerächt habe.

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