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Im fünfzehnten Jahrhundert war Graf Friedrich zu Wied kölnischer Amtmann zu Andernach.
Im 17. Jahrhundert trafen die Stadt schwere Schicksale.
1632 wurde sie von den Schweden erobert und ausgeplündert,
1633 von den Kaiserlichen und Spaniern vergeblich belagert; später von den Schweden verlassen uud von Kurköln wieder besetzt, wurde sie 1646 von den Franzosen beschossen. Am 1. Mai 1689 in der Nacht steckten die Franzosen Andernach an sechs Ecken in Vrand; nur 74 .Häuser blieben stehen. Auch hier zeigte sich wieder die bürgerliche Mauuhastigkeit. Ein Bürger, welcher von einem französischen Dragoner bei der Verschüttung seiner Kellerthüre gehindert und geplagt wurde, ergriff eine Axt, — fchlug den Franzosen nieder und warf ihn in die Flammen; bestürzt jagten die übrigen Mordbrenner von dannen.
1712 wurde Anderuach von den Hessen erobert. Auch zu Andernach gingen in der Neujahrsnncht 1814 eine Abtheilung des russischen Heeres über den Rhein, um den blutigen Bedränger Europas in seine Staaten zu verfolgen.
In früherer Zeit hatte Andernach mehrere Klöster: eiu Mönchskloster für Minoriten 1310 gestiftet und 1616 den Franziskanern übergeben; das St. Petersklostcr 135? gestiftet und später mit dem Kloster St. Martin vereinigt; die Nonnenklöster der Annunciaten und Servilen. Zahlreiche Thünne und Thürmchen erhoben sich damals über die Dächer von Andernach. Noch ist die Pfarrkirche ein ausgezeichnetes Gebäude, im fpätromanischen Styl 1206 erbcmt, der Chor von 1120, mit vier Thürmen und reich verzierten Partalen. Der Chor wurde 1856 in Gold und Farben ausgemalt. Die Kanzel, ein schönes Holz'chnitzwerk, wurde 1807 aus der Kirche von Laach hierher gebracht. Das Gewölbe über dem Schiff trägt drei Wappen, das kaiserliche, das des Erzbischofs Hermann IV. von Köln (gest. 1508) und das städtische (zwei rothe kreuzweife gelegte Schlüssel, worüber ein schwarzes Krenz, in silbernem Felde). Die Kirche ist ganz aus Tuffstein erbaut. Auch mehrere Nittergcschlechter hatten in Andernach ihre Sitze und trugen darnach ihre Namen: Die Hauhmann, die Schilling und die Walpode von Andernach. ^
Sehr in die Augen fallend liegt der kolossale Thurm am nördlichen Ende der Stadt, ein Meisterstück der mittelalterliche»
