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aber seinem Erben, dem Stiefsohne Sifrid, wenig gefiel. Als Heinrich starb, stand zwar die Kirche, aber das Klostergebäude war noch unvollendet. Sifrid baute nur laugsam weiter und rih aus Verdruß die Pfalzgrafenburg nieder, um nicht immer an die Einbuhe gemahnt zu werden. Erst 1156 wurde der Vau durch Gräfin Hedwig von Arras vollendet. Erzbischof Hillin von Trier nahm die Weihe vor. Das Kloster erlebte gute und schlechte Zeiten, verfiel auch in arge Sittenlosigkeit. Man brachte öfters neue Bewohner in dasselbe, die alten vertheilend, bis man endlich zur Aufhebung schritt. Bei dem Verkauf sämmtlicher Klostergüter behielt sich die preußische Negierung das Eigenthumsrecht der Kirche vor. Ihres Schmuckes beraubt, stand die schöne Kirche mit ihren vielgethürmten Formen im romanischen Stiele, bis Friedrich Wilhelm IV. sie wieder herrlich restauriren ließ. Der Boden um die Kirche, welcher sich im Laufe der Zeit mehrere Fuß hoch angehäuft hatte, wurde zum Theil beseitigt, zum Theil mit einem Abzugskanal versehen. Da die Kreuzgewölbe des Mittelschiffes auf die 3 Fuß starken Mauern einen großen Seitendruck ausübten, mutzte man sie verankern. In ihrem Innern, wo jetzt weder Altäre, noch sonstige Grabmäler sich befinden, steht das Mausoleum des Stifters, Pfalzgrafen Heinrich II. Es ist uuter- halb der Orgelbühne, rings architectonisch verziert. Auf 6 Säulen wölbt sich ein hoher Baldachin über ihm. Die Fignr des Pfalzgrafen ruht in mehr als Lebensgröße, in Mantel und Fürstenhut, auf dem Sargdeckel, auf der rechten Hand das Modell der Kirche, auf der linken die Halskette aufhebend. — Der frühere Hochaltar und die zwölf Apostel, seine Zierde, sowie die Kanzel wurden in die Pfarrkirche nach Andernach gebracht.
Die Klostergebäude befinden sich seit noch nicht 10 Jahren in dem Besitz des Jesuitenordens, sammt ihren Wäldern, Feldern und Wiesen, sowie dem See. Ein daselbst errichtetes Seminar zählt bereits zahlreiche Glieder.
Der See, dessen Spiegel jetzt 686' über dem Pegel zu Andernach und 845' über dem Meere liegt, hatte zur Zeit der Gründung der Abtei einen viel bedeutenderen Umfang, sodatz das Kloster an Überschwemmungen desselben litt. Man leitete daher den See durch einen Abzugskanal in einen nahen Bach und durch diesen zur Nette ab, wodurch man großen Naum gewann. Man
