335

400 Einwohner», mit einem im neueren Style erbauten Schlosse. Oine kleine Strecke unterhalb des Ortes befindet sich die Fabrik der Gebrüder Rh od ins, welche das der Erde entströmend? koh­lensaure Gas zur Blciweißfabrikatiou benutzt. Bei Vurgbrohl be­ginnt die Tufssteinablageruug, welche das ganze untere Vrohlthal in einer Mächtigkeit von über 100 Fuß ausgefüllt hat. Ueber den Tnff rcsp. Traß wurde bereits früher (Seite 20 u. f.) das Notlüge mitgetheilt, es kann also hier darauf verwiesen werden.

Schon die Römer benntzten die Tuffsteine, namentlich zu Straßen- und Nltarbcmten. Im Mittelalter errichtete man von ihm viele rheinische Kirchen (zu Andernach, Einzig u. a.), auch noch neuerdings die Avollinarinskapclle zn Remagen. Erst in spä­terer Zeit begann die Venntzung des Tuffs als Traß zu wasser­dichtem Mörtel, Man zermahlt ihn zu diesen: Zwecke, was in zahlreichen Mühlen im Vrohlthal geschieht, und mischt ihu zu 2 Theileu mit 1 Theil gelöschten Kalkes. In der Regel ist nur die unterste Lage Tuffstein znr Traßbereitung tauglich. Zu obcrst liegt nämlich der sog. wilde Tuff, schmutziggelb, weich, zerreib- lich und kaum porös. Unter diesem liegt der gelbe Tuff, schmutzig grau, mit rauher Vruchfliiche und scharfen Kanten; sehr porös und mit eingesprengten Vimssteinstücken. Dieser Tnff wurde als Baustein benutzt. Zu unterst liegt endlich der blaue Tuff, trocken blänlichgrau, viel härter wie der gelbe Tuff; er wird zu Traß zermahlen.

Das ganze Vrohlthal ist ein lebendiges Zeugniß der großen Industrie, die sich des Tuffsteius bemächtigt hat, Ueberall erblickt man Steinbrüche in den Abhängen, sieht man auf der Landstraße Karren auf Karren, mit den Steinen beladen, hört mau das Stampfen der Mühlen.

Eine Viertelstunde unterhalb Vurgbrohl, dort wo der Bach plötzlich seine östliche Richtung in die nordöstliche ändert, liegt das bereits besprochene Tönuisstein. Verfolgt man von hier aus das Thal weiter abwärts, so ist ein kleiner Umweg sehr anzurathen, nämlich der Besuch des Heilbruunen. Vou Tünnisstein steigt man einen Pfad etwas bergan und gelangt auf den sog. Fürsten­weg, angelegt vom Chnrfürst Clemens Joseph. Der Pfad führt zwar durch den Wald, läßt aber vielerorts Blicke werfen in das tiefliegende Vrohlthal und ist zur Mittagszeit eiu recht angenehmer.