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entstand die Frage, wo der Gottesdienst während der Bauperiode abzuhalten sei?

Da trat ein Konsortium von kirchlich gesinnten Männern zusammen, kaufte Grund und Boden der abgebrannten Kirche an, baute an deren Stelle einen Saal, ungefähr 600 Personen fassend, und überließ denselben unentgeltlich der Gemeinde zu gottesdienstlichen Zwecken während der Bauzeit. Das Schiff der neuen Kirche war im Herbste 1882 unter Dach, als das Hoch­wasser des 28. Novbr. seinen Einzug in dieselbe hielt, ohne jedoch, wie man gefürchtet, am Fundamental-Mauerwerk irgendwie Senkungen u. f. w. hervorzurufen. Der Bau wurde nun so rasch gefördert, daß er am Sonntag Palmarum 1884 dem öffent­lichen Gebrauch übergeben werden konnte. Im Jahre 1889/90 erhielt er seine innere Ausmalung. Die Kirche ist eine schöne Zierde unserer Stadt.

Der bisherige Kirchensaal wurde der Gemeinde von dem Konsortium gegen geringe Entschädigung zu Gemeindezmecken überlassen, und ist nun zur einen Hälfte Versammlungssaal, zur andern Hälfte Diakonissen- und Waisenhaus. Von dem großen Gärten ist ein Teil abgetrennt worden, um auf demselben das neue, dritte Schulhaus der Gemeinde zu erbauen, welches am 1. Novbr. 1890 seiner Bestimmung überliefert worden ist.

Zur Zeit der Vereinigung waren 3 Geistliche an der Ge­meinde thätig, die Herren Loh mann und Philipps bei der weiland altern, und Velten bei der ehemals jüngern Gemeinde. Auf Grund der Vereinigungsurkunde erhielt jeder feinen Sprengel zur seelsorgerischen Bedienung, mährend die andern Geschäfte abwechselnd ausgeübt wurden, bis am 11. Februar 1882 Pastor Velten starb. Von da an bis heute teilen die beiden erstge­nannten sich in die Ausübung der Amtsgeschäfte in ihren beiden Sprengel».

In Neumied besteht noch, fast einzig in der Provinz, die Einrichtung der Kirchgemeindeschulen, so daß die Volks­schulen unter der Verwaltung des Kirchenregimentes stehen, während sie sonst unter kommunaler Verwaltung ein Glied der bürgerlichen Gemeinde bilden. Diese Einrichtung, auf den be> sonderen Rechten Neuwieds beruhend, ermies sich lange Zeit als segensreich, wird aber in neuerer Zeit von vielen Bürgern als