378
eine Last empfunden, gegen welche heftig angekämpft wird. Die verschiedenen Gemeinden nämlich haben, je nachdem sie mehr oder weniger zahlreich und begütert sind, ganz ungleiche Schullasten zu tragen, 5. B. die katholische Gemeinde doppelt so viel als die evangelische bei gleicher Anzahl der Lehrkräfte, aber fehr ungleicher Vermögensbelastung. Die evangelische Schule bestand bis zur Parochialuereinigung aus zwei Schulen, der sechsklassigen altern und der dreiklassigen jüngern, welch letztere zugleich Seminarübungsschule war. Nach der Vereinigung beider Gemeinden wurde dieses Verhältnis zum tgl. Lehrerseminar gelöst. Letzteres gründete seine eigene Übungsschule, uud die ev. Schule wurde achtklassig, 1879. Nach dieser Zeit wurde bei steigender Bevölkerung der Stadt nach vielen Verhandlungen die ev. Gemeinde gedrungen, ein drittes Schulhaus für zwei neue Klassen zu bauen und zwei neue Lehrkräfte in Dienst zu stelle», so daß diese Schule jetzt zehn Klassen besitzt. Etwa 650 Kinder besuchen dieselbe. Eine noch größere Schülerzahl (730) hat die katholische Schule durch den Zuzug zahlreicher Fabrikbevülkerung.
Hier sind in vier Schulhäusern zwölf Klassen untergebracht und mit fünf Lehrern und fünf Lehrerinnen befetzt.
Die israelitische Schule ist einklassig. Ihr Lehrer ist zugleich Kultusbcamter der Synagogengemeinde.
Die Schule der Vrüdergemeine teilt sich in eine Knaben- und eine Mädchen-Anstalt; erstere in der verlängerten Friedrichstraße, letztere am Osteck der Friedrich- und Engerserstraße. Die kleinste Zahl der Zöglinge besteht aus Gemeindekindern, bei weitem die größte Mehrzahl bilden die Ausländer, Engländer, Franzosen, Amerikaner u. a. m., daher ist auch die ganze Einrichtung dieser Anstalten vorwiegend auf deren Ausbildung bedacht, und die Zahl der Fachlehrer und Lehrerinnen ist im Verhältnis zur Schülerzahl eine große zu nennen; (ungefähr 18 auf etliche 90 Zöglinge). Sodann ist die Eigentümlichkeit zu erwähnen, daß hier Fach- und nicht Klassen-Versetzung stattfindet, so daß ein und derselbe Schüler in verschiedenen Klassen sitzen kann, je nachdem er sich in einem Fach auszeichnet oder in einem andern zurückbleibt.
Diese Anstalten genießen einen wohlbegründeten, altbewährten Ruf, und Eltern und Großeltern der jetzigen Zog-
