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ren Töchterschule zur Aufgabe setzte. Schon früher waren ähnliche Bestrebungen aufgetaucht, fanden aber in der Bürgerschaft wenig Unterstützung und mußten infolge dessen wieder aufgegeben wer­den. Die Interessenten fürchteten auch diesmal gleiches Schicksal; deshalb wendeten sie sich im Jahre 1870 an die Stadtverord­neteil-Versammlung mit dem Antrage auf Übernahme der Anstalt in städtische Verwaltung. Vorläufig abschlaglich beschieden, ist es den fortgesetzten Bemühnngen gelungen, im Jahre 1875 diesen Plan verwirklicht zu sehen.

So lange die höhere Töchterschule sich mit gemieteten Räumen behelfen mußte, war der gedeihlichen Entmickelung der­selben eine unliebsame Schranke gesetzt. Deshalb wurde es mit hoher Freude begrüßt, als der Anstalt die mittlere Etage der ehemaligen Vlechfabrik mit ihren großen weiten Räumen zur Benutzung überlassen wurde. Die einzige Überlebende der ehedem so großen angesehenen Familie Narensfeld, Fräulein Wil­helmine, schenkte das ganze Immobile der Stadt zu städtischen Zwecken. Die untere Etage wurde ausgebaut und zu Geschäfts­räumen der städtischen Verwaltung eingerichtet. Das Seitenge­bäude in der Rheinstraße dient dem Bürgermeister, das in der Kirchstrahe dem Polizei-Kommissar zur Amtswohnung. Auch be­findet sich das Aichungsamt daselbst. Die Töchterschule ent­wickelte nun unter der umsichtigen, energischen Leitung des Direktors, Herrn N o h l, sich zu einer blühenden Anstalt, zumal die obere Klasse derselben zugleich als Lehrerinnenbildungsanstalt diente. Im Schuljahr 1889/90 besuchten durchschnittlich 119 Schülerinnen die Anstalt und bei der Lehrerinnen-Prüfung er­hielten alle 8 Prüflinge das Zeugnis der Reife.

«. Einiges über das Fürstlich Wiedsche Haus.

Jeder Neuwieder bewahrt dem fürstlichen Hause treue Anhänglichkeit, infolge deren Freud und Leid desselben von der Einwohnerschaft mit lebhafter, warmer Sympathie empfunden wird. Am 26. Juli 1871 wurde Fürst Wilhelm mit seiner Ge­mahlin Maria, geb. Prinzessin der Niederlande, festlich empfangen In reichen« Flaggenschmuck prangte die Stadt. Eine allgemeine